Kinostadt Paris

Alles an diesem Film ist einfach. Gezeigt werden bekannte und randständige Facetten der Kino- und Bilderstadt Paris von der Cinémathèque francaise bis zur damals in Blüte stehenden erotischen Bildschirm-Arbeit (kein Bilderlesesaal wie in der Vidéotèque, aber doch auch hier Dialoge am Minitel-Bildschirm). Eine lokal begrenzte Bestandsauf-nahme in den späten achtziger Jahren. [...]

In der Studiodiskussion anläßlich der vier Filmversuche zu einer Baudelaire-Kurzgeschichte entfährt es Farocki, der den Beitrag Brunner ist dran (1973) geliefert hat, daß natürlich diese Geschichte zum Nebenwerk des Autors Baudelaire gehöre. Dies kann, geltend für den Co-Regisseur Farocki, auch von Kinostadt Paris gesagt werden. Trotzdem ist der Film einer der einfachsten und deshalb schönsten, kurzum: der cineastischste in seinem Werk.

(Rolf Aurich)

Regie, Buch, Kommentar Manfred Blank, Harun Farocki, unter Verwendung eines Zitats aus Ein Ethnologe in der Metro von Marc Augé Interviews Manfred Blank Kamera Helmut Handschel Schnitt Edith Perlaky Ton Thomas Schwadorf Recherche Ursula Langmann Sprecherin Corinna Belz, Helmut Grieser Produktion WDR, Köln Produktionsleitung Friedhelm Maye Redaktion Werner Dütsch Format Video-BetaSp, Farbe, 1:1,37 Länge 60 Min. Erstsendung 05.03.1990, West 3