Konzept und Realisation Harun Farocki Bild Ingo Kratisch, Matthias Rajmann Postproduktion Jan Ralske Mitarbeit Anna Bartholdy Produktionsleitung Matthias Rajmann im Auftrag von Osram Art Projects Seven Screens, Dr. Christian Schoen, Installation für 7 Licht-Stelen, Variation I und II 20 Min., Variation III 21 Min. (Loop), Deutschland 2010 

Umgießen. Variationen zu Opus 1 von Tomas Schmit

In seiner Arbeit Umgiessen. Variationen zu Opus 1 von Tomas Schmit bezieht sich Farocki auf eine Performance von Tomas Schmit, die dieser 1963 in Amsterdam aufgeführt hat. Der Fluxus-Künstler kniete hierbei auf dem Boden in einem Kreis von leeren Milchflaschen und schüttete Wasser von einer Flasche in die nächste bis alle Flüssigkeit vergossen und verdunstet war.

Die rituelle Handlung wird von Farocki in einen ungeschnittenen Film übersetzt, der auf die räumliche Anordnung der Stelen übertragen wird. Dabei ist jeder Stele eine Flasche zugeordnet, in die die Flüssigkeit gegossen wird. Das Umgießen selbst wird in Farockis Performance von einem Roboter getätigt, dessen Arm von Stele zu Stele wandert.

Über die Performance von Tomas Schmit sagt Harun Farocki: "Die Aktion vermied Symbolismus,... sie hatte nichts Vitalistisches. In ihrer Einfachheit und Schlüssigkeit ist sie ein Beckett-Spiel ohne Worte. Trotz der Gleichförmigkeit des Geschehens gab es eine Entwicklung; die Anti-Handlung fand aus sich heraus ein Ende."

(Osram Art Gallery)